© Rudi Fränkle /pixelio.de

Antwort des Umweltministeriums auf Grünen-Anfrage: Offene Netzgehege im Bodensee unzulässig

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Grüne: „Größter Trinkwasserspeicher Europas eignet sich nicht für Experimente mit ungewissem Ausgang“

Sind offene Netzgehege im Bodensee genehmigungsfähig? Pläne für diese Aquakulturmethode, bei der Futtermittel und Kot unkontrolliert in den See gelangen können, sind am Bodensee umstritten. Die Grünen-Fraktion wollte mit einer parlamentarischen Anfrage (Drucksache 16/3880) in dieser Sache Klarheit schaffen – jetzt hat das Umweltministerium eine Antwort vorgelegt. „Ich bin froh, dass das Umweltministerium nun deutlich gemacht hat: Offene Netzgehege im Bodensee sind und bleiben unzulässig. Die Bodensee-Richtlinie verbietet die strittigen Anlagen und ist für die Genehmigungsbehörde bindend“, sagt Pix.

Die einzige Möglichkeit für eine Zulassung wäre die Änderung der Bodensee-Richtlinie oder eine Ausnahmeregelung durch die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB), so Pix. „Da die IGKB laut eigenen Aussagen jedoch am Verbot festhalten möchte, muss ein Antrag auf Zulassung abgelehnt werden.“ Nach wie vor seien die Auswirkungen von Netzgehegen auf die Gewässerökologie, das Trinkwasser und den Tourismus völlig ungeklärt. „Der größte Trinkwasserspeicher Europas eignet sich nicht für Experimente mit ungewissem Ausgang. Ich freue mich deshalb, dass die IGKB bereits im Jahr 2005 ein Verbot eingeführt hat und daran auch festhalten möchte“, so Pix weiter.

„Die Wasserqualität hat sich durch viele Maßnahmen über mehrere Jahrzehnte deutlich verbessert. Einen großen Effekt hatte die Klärung des Abwassers aus den umliegenden Gemeinden. Das Ökosystem im Bodensee befindet sich heute mehr im Gleichgewicht – Netzgehege würden dieses auf fatale Weise gefährden“, sagt der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Dr. Bernd Murschel.

In einem Positionspapier vom Dezember haben die Landtags-Grünen deutlich gemacht, dass der Bodensee für offene Netzgehege nicht geeignet ist. Pix: „Ich danke den grünen Bodensee-Abgeordneten Nese Erikli und Dorothea Wehinger für ihren Einsatz und ihrem ständigen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort – von Bodenseefischern, über Naturschützerinnen und Naturschützer bis zu lokalen Wasserversorgern.“ Erikli ergänzt: „Der Bodensee ist kein Acker. Deshalb lehne ich auch Pilotprojekte, wie sie in Wallhausen geplant sind, ab. Wir wollen keine Experimente mit ungewissem Ausgang.“

Presseberichte:

https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-laender-netzgehege-bleiben-unzulaessig-_arid,1250055.html

https://www.suedkurier.de/nachrichten/baden-wuerttemberg/Streit-um-Felchen-in-Netzgehegen-im-Bodensee-erreicht-Landespolitik;art417930,9737051

 

Dokumente:

2017_12_11_Position_Grüne Fraktion_Aquakulturen_Bodensee Antrag 16-3880_Netzgehege im Bodensee

2017_12_11_Position_Grüne Fraktion_Aquakulturen_Bodensee

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